Der Spreewald ist eine der artenreichsten Kulturlandschaften Deutschlands und ein idealer Lebensraum für den Biber. Das weitverzweigte Netz aus Flüssen, Kanälen und Auenwäldern bietet dem größten heimischen Nagetier alles, was es braucht: ruhige Gewässer, dichte Ufervegetation und kaum gestörte Rückzugsräume. Wer den Spreewald besucht, hat deshalb gute Chancen, den Biber nicht nur in Spuren, sondern auch live zu erleben. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was den Biber zu einem so besonderen Tier macht, wo Sie ihn im Spreewald beobachten können und warum ein gutes Fernglas dabei den entscheidenden Unterschied mit sich bringt.
Der Biber: Ein begabter Architekt
Lange Zeit war der Biber hierzulande kaum zu finden. Wegen seines Fells und Fleisches wurde er jahrhundertelang bejagt, bis er im 20. Jahrhundert als ausgestorben galt. Hinzu kam die zunehmende Zerstörung seines Lebensraums durch die Begradigung von Flüssen und die Trockenlegung von Feuchtgebieten.
Dank gezielter Wiederansliedungsprogramme und strengem Schutzstatus leben heute wieder über 40.000 Biber in Deutschland. Kaum ein anderes Tier gestaltet seinen Lebensraum so aktiv wie er. Biber legen ihre Baue in den Böschungen von Gewässern an, wobei die Eingänge stets unter der Wasseroberfläche liegen. Durch das Aufstauen von Fließgewässern schaffen Biber feuchte Landschaften, die nicht nur ihnen selbst, sondern auch einer Vielzahl von anderen Tieren zugutekommen. Amphibien, Insekten, Wasservögel und viele weitere Arten profitieren von den so entstehenden Feuchtbiotopen.
Allerdings sorgen Biber bisweilen auch für Konflikte: In der Land- und Forstwirtschaft können gefällte Bäume und überschwemmte Äcker zu erheblichen Schäden führen. Und wenn Biber mit ihrer Grabetätigkeit Hochwasserschutzanlagen untergraben, wird es mitunter gefährlich. Da der Biber streng geschützt ist, verfolgen viele Bundesländer Bibermanagement-Programme, die Mensch und Tier in Einklang bringen sollen - z.B. durch Förderungen von Investitionen zum Schutz von Infrastruktur, Teichwirtschaften und Gehölzen oder durch Kontrolle der Biberpopulationen und ihrer Ausbreitung.


